Aktuelle Informationen für Israelreisende
zum Reiseführer
ISRAEL und PALÄSTINA, 3. Auflage 2010
Letzte Änderung 21.11.2011
In der Ausgabe TW 55, 06/2009 von
TourismWatch
- Informationsdienst Dritte-Welt Tourismus (www.tourism-watch.de) -
erschien als Anhang der folgende Apell an Israel-Besucher, den wir hier vollinhaltlich wiedergeben:
Israel, Pilgertourismus und Palästina Anregungen für Pilger und Reiseveranstalter
Im Interesse der "Gerechtigkeit für alle" ruft die Ecumenical Coalition on Tourism (ECOT) Pilger sowie Reiseveranstalter als Organisatoren von Pilgerreisen dazu auf, diese Reisen nicht von den Lebenszusammenhängen - der Situation der palästinensischen Bevölkerung - abzukoppeln.
ECOT bittet Pilger eindringlich, bei der Planung von Besuchen im Heiligen Land die folgenden Fragen und Anliegen ernsthaft in Betracht zu ziehen:
- Wer kontrolliert letztlich tatsächlich den Tourismus in Palästina? Besucher können nicht frei nach Palästina reisen. Das Visum, das man braucht, um nach Palästina einzureisen, wird von israelischen Behörden ausgestellt. Deren mangelndes Feingefühl gegenüber Personen, von denen sie meinen sie hätten Verständnis für das palästinensische Volk, ist bekannt und dokumentiert.
- Welche Art von Besuchen der heiligen Stätten in Palästina, wie z.B. der Geburtskirche, ist überhaupt erlaubt? Ist es zu rechtfertigen, dass die Pilger in israelischen Bussen und Fahrzeugen nach Palästina hinein und wieder herausgekarrt werden, ohne dass dabei wirklich die Möglichkeiten besteht, mit der einheimischen palästinensischen Bevölkerung in Kontakt zu kommen, während den Einheimischen zugleich der Zugang zu Einnahmen aus dem Tourismus verwehrt bleibt?
- Warum werden die Reisen so arrangiert, dass die Pilger schließlich in israelischen Unterkünften untergebracht sind und ihnen davon abgeraten wird, in palästinensischen Hotels zu übernachten - zum Nachteil der palästinensischen Wirtschaft? Dies zeigt, wie schwierig es ist, längere Aufenthalte in Palästina zu organisieren. Solche Aufenthalte aber würden es erst ermöglichen, die Realität, Geschichte und Kultur des palästinensischen Volkes zu verstehen und beurteilen zu können. So könnte der Tourismus dazu genutzt werden, an den derzeitigen Ungerechtigkeiten etwas zu ändern (vgl. Verhaltenskodex für Tourismus im Heiligen Land im TW 53, Anhang)
- Wie verlässlich sind die Informationen und Ratschläge, die die Pilger von israelischen Tourismusanbietern über die Menschen in Palästina bekommen? Werden negative Klischeevorstellungen von den Palästinensern und Arabern dadurch noch verstärkt?
- Angesichts der Art und Weise, wie der Tourismus derzeit von der israelischen Regierung reguliert wird, müssen sich Pilger die Frage stellen, ob ihre Pilgerreise womöglich dazu dient, die politische und wirtschaftliche Herrschaft Israels zu stärken, auf Kosten der Palästinenser?
Diese Überlegungen können eine Reflexionsgrundlage für Pilger im Heiligen Land sein, sind aber auch für andere Reisende relevant. Viele Pilger reisen ins Heilige Land, weil dies die Region ist, in der Jesus lebte, lehrte und starb. Ein Besuch der historischen Stätten der Vergangenheit ist eine wertvolle Erfahrung. Eine Pilgerreise wird enorm bereichert, wenn sie den Pilgern hilft, mit den Menschen in Beziehung zu treten, die heute dort leben.
Die Einsichten, die daraus entstehen, können an die Menschen im Heimatland weitergegeben werden. Somit kann dies dazu beitragen, in der globalen Staatengemeinschaft politische Handlungskonzepte zu befördern, die zu dauerhaftem Frieden und Veränderungen im Heiligen Land führen. In diesem Sinne würde die Pilgerreise einen echten Beitrag zum Frieden in der Welt leisten.
Quelle: Pressemitteilung der Ecumenical Coalition on Tourism (ECOT) vom 4.7.2009 (gekürzt)
Weitere Informationen: www.ecotonline.org/attachments/010_ECOT Media Release for June 2009 World Week for Peace in Palestine Israel.pdf
1 Alles über Reisen in Israel und Palästina
2 In Israel und Palästina zurechtkommen
Mietwagenrückgabe am Flughafen Ben Gurion: Am Kreisverkehr vor der Flughafeneinfahrt findet sich die weit und breit einzige Tankstelle. Dazu sollte man die Autobahn Tel Aviv - Jerusalem nicht an der Ausfahrt Ben Gurion verlassen, sondern an der Ausfahrt Lod/Petah Tikwa, der Straße Richtung Petah Tikwa folgen und an der El Al-Junction links abbiegen. Nach der Rückgabe des Mietwagens kostenloser Shuttle-Bus zum Abflugterminal.
Eelektrizität: Ein Leser, der längere Zeit in Israel unterwegs war, stieß nirgends das britische Steckdosensystem. Der mitgenommene Adapter erwies sich als nutzlos.
Zum Wandern in Israel: Die Wanderzeichen des Israel National Trail (INT) sind weiss / blau / rot (weiss für den Hermon, blau fürs Mittelmeer und rot fürs Rote Meer). In Richtung Norden ist Weiss oben, Richung Süden Rot. Die Wanderzeichen sind recht gut markiert, aber man braucht auch eine 50 000 Karte mit eingetragenem INT. Leider sind INT-Karten und Bücher nur auf hebräisch erhältlich.
Es gibt noch andere grössere Wanderwege in Israel: Jerusalem-Trail, GolanTrail, etc. Erwähnenswert ist der neue JesusTrail. Dieser führt von Nazareth durch Galiläa nach Kapernaum (www.jesustrail.com).
Das Buch„The Jesus Trail Guidebook“ www.jesustrailguide.com gibt wertvolle Infos zum JesusTrail und anderen Wanderungen in Galiläa.
Zum Thema Mietwagen (siehe S. 48) schreibt ein Leser: "Ich habe bei der Anmietung eines israelischen Mietwagens (SIXT) folgende Erfahrung gemacht (desgleichen Budget): Man darf mit dem Mietwagen in allen zu Israel gehörenden Gebieten fahren, das heißt in Palästina in der gesamten C-Zone, nicht aber in der B-Zone und auf kein en Fall in der A-Zone, den Gebieten, die direkt unter palästinensischer Autoriät stehen. Die Gebiete der C-Zone werden de facto als zu Israel gehörig betrachtet.Man kann also ohne weiteres in Jerusalem, auf den Autobahnen und Schnellstraßen (1, 60, 45, 436, 404, auf der 60 und 90) und vielen anderen Straßen fahren. Somit kann man das Tote Meer, Mazada, Eilat, durch das Jordantal nach Norden Tiberias erreichen,auch den Golan, ohne palästinensische Gebiete zu berühren. Man muss aber, wenn man z. B. nach Hebron fahren will, sehr genau aufpassen, wo man die C-Zone verlässt und in die A-Zone einfährt."
3 Land und Leute
4 Jerusalem
Eeine Lesererfahrung zur Stadtführung: "Wir haben an einer von Sandemans new europe angebotenen Free Tour teilgenommen. Der Name ist Programm: die 3-stündige Tour kostet nichts (täglich 11am und 2:30 pm vom Jaffa Tor aus). Ein perfekter Überblick, mit vielen Geschichten und Hintergründen zur Altstadt gespickt (allerdings ‚nur' von außen, es wird in keine Gebäude gegangen). Das war ein perfekter erster Eindruck, den wir dann eigenständig vertieft haben. Der Guide verdient nur durch Trinkgeld, ist dieses aber absolut wert. Und wenns einem nicht gefallen hat, gibt man einfach nichts... Für 75 shekel gäbe es auch zwei andere Touren, haben wir aber nicht probiert."
Der Tempelberg ist für Nichtmuslime sowohl freitags wie auch samstags geschlossen.
Israelis jüdischen Glaubens ist es verboten, in Zone A-Gebiete wie z. B. Jericho oder Bethlehem zu fahren. Dies ist vielleicht für die Auswahl eines Reiseleiters von Interesse.
Die Metro in Jerusalem wurde in Betrieb genommen. Sie fährt etwa alle 10 Minuten von YadVaShem über das Hotelviertel im Westen und das Zentrum der Neustadt in die Altstadt (Haltestellen Jaffator und Damaskustor). Am Schabbat fährt sie nicht!
Im Holocoust History Museum Yad VaShem dürfen keine Rucksäcke, Fotoapparate etc. mitgenommen werden. Diese können kostenlos am Museums-Eingang hinterlegt werden. Außerdem ist das Essen und selbst das Kaugummikauen verboten.
Das neu eröffnete Abraham Hostel (www.abrahamhostels.com) liegt zwischen der Central Bus Station und der Altstadt, nähe Jaffastrasse beim Davidka Square. Freundliche Atmosphäre, sauber und preiswert.
Im Panzermuseum an der Latrun Interchange ist das Pazermodel von Leonardo da Vinci nicht mehr vorhanden.
5 Tel Aviv und Umgebung
Leserempfehlung: Eden House TLV (booking@edenhousetlv.com, Tel 052 7469842 / 3, 27 Kehilat Aden str. im jemenitischen Viertel ruhig gelegen, 5 min zu Fuß zum Strand. 509 Shekel für ein großes sehr stilvoll eingerichtetes Appartment (ohne Frühstück). Die sehr freundlichen Vermieter waren eine absolut positive Überraschung.
6 Die Mittelmeerküste
7 Galiläa und der Golan
Acco
Für einen Leser war die Besichtigung der Kreuzfahrer-Festung eins der Highlights seiner Israelreise. "Man sollte sich auf jeden Fall genügend Zeit nehmen, um die herrliche Anlage zu besichtigen," meint er. - Für den Besuch der AlJazzar-Moschee wird ILS 10 Eintritt verlangt.
Nazareth
Nach Redaktionsschluss schrieb uns Kareem Hamad an, der neues Guesthouse und Restaurant namens Alatabeh in einem alten Gebäude eröffnet hat. Auf der Website www.alatabeh.com und mitgeschickten Fotos macht es einen so guten Eindruck, dass wir es hier nicht verschweigen wollen, obwohl wir es erst bei der Recherche für die nächste Auflage checken können.
In Dalyat el-Carmel (größtes Drusen-Dorf Israels) kann man im Abu Anter Restaurant (Abu Anter Center 1/7; Tel.: 04-8393537) hervorragend essen.
8 Der Süden
9 Palästina - künftiger Staat der Palästinenser
Sehr viel weitergehende Informationen als in diesem Kapitel finden Sie in unserem Spezialführer PALÄSTINA, Reisen zu den Menschen, siehe hier.
Bethlehem
Zur Geburtskirche schreibt eine Leserin: Um in die Grotte zu kommen, muss man sich rechts in lange Schlangen einreihen, Gruppen, Busladungen voller Gäste. Wenn man aber nur zu zweit oder allein kommt, kann man zum Ausgang der Grotte links gehen, und wird dort zu zweit eingelassen, wenn die vorherigen rauskommen, dürfen die nächsten rein. Das ist deutlich entspannter und sehr viel kürzere Wartezeit, es gibt aber keinen Hinweis in der Kirche darauf.
Ein anderer Leser schreibt, dass sich Individualtouristen am Zugang zur Geburtsgrotte rechts anstelllen können und bevorzugt eingelassen werden..
